Geschichte

Die Anfänge des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus in der heutigen Form sind im Frankreich des 18. Jahrhunderts nachweisbar. Einige französische Logen arbeiteten nach einem System, das sie „Schottische Maurerei“ nannten. Der „Conseil des Empereurs d’Orient et Occident“ erteilte Bruder Etienne Morin, einem Kaufmann, der nach Amerika auswanderte, das Patent zur Gründung einer Perfektionsloge in der „Neuen Welt“. Morins beziehungsweise des Schottischen Ritus erste Spuren führen von Jamaika über San Domingo (Haiti) nach Nordamerika, in die USA, wo sich in Charleston (South Carolina) 1801 der erste „Oberste Rat“ (der „Mother Supreme Council“) der Welt konstituierte und seine Arbeit aufnahm.

In den Orienten Bordeaux und Paris verfaßten im Oktober 1762 neun ad hoc ernannte Kommissare die „Geheimen Konstitutionen und Verordnungen“, die in Berlin ratifiziert wurden. Dieses neue Statut kann als Ursprung des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus angesehen werden.

Am 1. Mai 1786 entstanden die „Großen Konstitutionen“ des „Supreme Council of Sovereign Grand Inspectors General of the 33rd and last Degree Ancient and Accepted Scottish Rite“, welche angeblich der Überlieferung nach von Friedrich dem Großen in Berlin bewilligt worden sind. Von den USA ausgehend verbreitete sich der Alte und Angenommene Schottische Ritus weltweit, wobei die Rückkehr eines französischen Offiziers und Bruders (Graf de Grasse-Tilly) 1804 nach Frankreich, der unmittelbar nach seiner Ankunft in Paris den ersten europäischen „Obersten Rat“ (mit Ermächtigung des „Supreme Council“ in Charleston) einsetzen konnte, ein wichtiger Meilenstein war. 1860 wurde der Sitz des „Mother Supreme Council“ nach Washington verlegt.

Der Alte und Angenommene Schottische Ritus machte sowohl in Europa als auch in Amerika nur langsame Fortschritte. Das änderte sich 1859 in den USA. In dieser Zeit war Albert Pike „Souveräner Groß-Kommandeur des Obersten Rates der Südlichen Jurisdiktion“. Ihm ist der rapide Aufstieg des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus weltweit zu verdanken.

Die Gründung des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus in Österreich erfolgte, durch das generelle Verbot der Freimaurerei in der „Österreichischen Reichshälfte“ der Donaumonarchie bis zu deren Zerfall 1918 bedingt, spät, offiziell im Jahr 1925. Das erste „Atelier“, das Kapitel „Mozart im Tale zu Wien“, begann seine Arbeit schon im Jahr 1923. Der Oberste Rat in Österreich wurde 1925 von den Obersten Räten Frankreichs und der Niederlande eingesetzt, gegenwärtig sind in der Zweiten Republik sieben Perfektionslogen, fünf Kapitel, ein Areopag und ein Konsistorium aktiv tätig.